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Palm Pre im Praxistest (1) – Das iPhone bekommt Konkurrenz

Der Palm Pre bei O2

Der Palm Pre ist nun auch in Deutschland angekommen: Vier Monate nach dem Verkaufsstart in den USA bringt O2 das mit Vorschusslorbeeren bedachte Surf-Handy von Palm für 481 Euro die Läden. Die UMTS-Version des Pre kann auch ohne einen O2-Vertrag erworben werden. Da die deutsche felefonica-Tochter auf eine Netzsperre, also einen Netlock oder SIM-Lock verzichtet, kann das handliche Smartphone aber auch problemlos in den Netzen von T-Mobile, Vodafone oder E-Plus betrieben werden.

In manchen O2-Shops bestehen die Verkäufer darauf, dass die Kunden einen Ratenzahlungsvertrag “MyHandy” abschließen, der aus einem Euro Anzahlung und 24 Raten á 20 Euro besteht. Wem das zu lästig kann, kann aber auch darauf bestehen, das gerät ohne weitere Verpflichtung mit einer Einmalzahlung von 481 Euro nach Hause mitzunehmen.

Wie auf dieser Site mehrfach erläutert, wurde für den Palm Pre mit WebOS ein völlig neues Handy-Betriebssystem entwickelt. Damit ist der Pre im Gegensatz zum iPhone von Apple auch in der Lage, mehrere Anwendungen parallel laufen zu lassen. Dieses “Multitasking” erweist sich im alltäglichen Umgang als sehr praktisch – beispielsweise wenn der Nutzer während eines Telefonats in seinen Online-Kalender schauen möchte.

Punkte sammelt der Palm Pre auch mit “Synergy”. Mit dieser Funktion werden Kontaktinformationen aus einem lokal vorhandenen Adressbuch mit sozialen Netzwerken abgeglichen. Dabei wird für eine Person nur ein Eintrag angelegt. Auch im digitalen Kalender des Pre können unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt werden, etwa die Bürotermine aus Microsoft Exhange und private Verabredungen, die in einem Google Kalender eingetragen sind.

Palm Pre mit Tastatur

Vom iPhone setzt sich der Palm Pre auch mit einer Qwertz-Tastatur ab. Sie erscheint, wenn man den Bildschirm des Smartphones nach oben schiebt. Die knubbeligen Tasten sind gewölbt und haben genügend Abstand, um sie nach einer kurzen Eingewöhnungsphase zielgenau mit Daumen oder Zeigefinger zu treffen. Das Display des Palm Pre besitzt wie das iPhone eine Auflösung von 320 mal 480 Pixel, auch wenn der Bildschirm kleiner ist.

Wie Apple hat Palm sich Webkit als technische Grundlage für den Webbrowser auf dem Smartphone ausgesucht. Und da der Palm Pre wie das iPhone eine Bedienung mit zwei Fingern zum Navigieren und Zoomen unterstützt, fällt das Surferlebnis bei beiden Geräten sehr ähnlich aus. Allerdings setzt Palm noch eine veraltete Version des Webkits ein, so dass beim Acid3-Test der Pre grandios scheitert, während der Safari-Browser mit 100 von 100 möglichjen Punkten eine optimale Bewertung bekommt. Mit dem Acid3-Test (Definition in Wikipedia) wird überprüft, ob ein Browser sich zu den Standards des World Wide Web Consortiums (W3C) konform verhält.

Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass Apple und Palm sich für die gleiche technische Grundlage beim mobilen Browsing entschieden haben. Hinter dem Palm-System WebOS steht nämlich der ehemalige Apple-Manager Jon Rubinstein. Der heute 53 Jahre alte Informatiker hatte Apple Ende der 90er Jahre an der Seite von Steve Jobs mit dem iMac vor dem Totalabsturz bewahrt. Bis zum Jahr 2006 verantwortete er dann das iPod-Geschäft.

Eigentlich wollte Rubinstein sich dann als Edelpensionär aus dem Business zurückziehen und zumindest eine Zeitlang sein Leben geniessen. Doch schon wenige Monate nach seinem Ausscheiden bei Apple fragten der damalige Palm-CEO Ed Colligan und eine Gruppe von Investoren an, ob Rubinstein nicht eine zentrale Rolle bei der Erneuerung von Palm einnehmen wolle. Der Damals 51 Jahre alte Informatiler nahm die Herausforderung an und leitete das Team, das den Palm Pre und das neue WebOS entwickelte. Verkürzt könnte man sagen, dass der Vater des iPod nun dem iPhone Konkurrenz machen möchte.

In diesem Video erzählt Jon Rubinstein noch einmal ausführlich, wie er damals von den Palm-Verantwortlichen angeworben wurde.

Die Apple-Vergangenheit von Rubinstein kann man aber auch bei Palm in manchen Punkten wiedererkennen. So legt er großen Wert darauf, seinen Kunden ein absolut perfektes Erlebnis mit dem Produkt zu gewährleisten. Daher hat Palm nicht nur Hard- und Software sorgfältig aufeinander abgestimmt, sondern kontrolliert auch scheinbar Kleinigkeiten. Das fängt bei der Verpackung des Pre, dessen “Unboxing” einfach Spaß macht bis hin zu den Verkaufstellen, in denen möglichst gut geschulte Verkäufer arbeiten sollen, die das Smartphone im Detail kennen.

Es gibt aber auch Punkte, in denen sich Rubinstein bewusst von seiner Apple-Vergangenheit absetzt. Neue Wege geht Palm beispielsweise bei der Steuerung des WebOS auf dem Pre. Mit verschiedenen Gesten – das sind Wischbewegungen auf dem Display – können die wichtigsten Funktionen des Palm Pre aufgerufen werden. Das erfordert ein wenig Übung und auch hin und wieder einen Blick in die Bedienungsanleitung. Aber nach einigen Tagen gehen diese Gesten ohne großes Nachdenken von der Hand. “Wenn man sich an diese Gesten gewöhnt hat, möchte man doch zum iPhone nicht wieder zurück”, sagte mir Rubinstein in einem Interview, der in dieser Frage natürlich nicht neutral ist.

Weiterlesen beim zweiten Teil des Praxistests:
Der Palm Pre im Praxistest (2) – iTunes und der Palm Pre – Palm, iTunes, Rubinstein, iPhone, Version, Deutschland, Apple, Gesten – webOSworld.

Der Palm Pre im Praxistest (2) – iTunes und der Palm Pre

Palm Pre oder iPod?

Palm Pre oder iPod?

Schlagzeilen produzierte in den vergangenen Wochen ein Kleinkrieg zwischen Apple und Palm um die Nutzung der Apple-Software iTunes durch den Palm Pre. Apple hat iTunes so programmiert, dass eigentlich nur Geräte aus dem eigenen Haus, also iPod-Player oder iPhone-Handys, damit synchronisiert werden können. Palm unterlief dies mit einem “Hack”, der den Pre gegenüber iTunes wie ein iPod aussehen ließ.

Die in Deutschland mit dem Palm ausgelieferte Version WebOS 1.1.3 kann mit der aktuellen iTunes-Version 9.01 bereits nicht mehr synchronisieren. In den USA gibt es aber schon die Version 1.2.1, mit der Palm iTunes wieder täuschen kann.

Palm-Chef Rubinstein hält die iTunes-Diskussion ohnehin für abwegig: “Die Debatte um iTunes und Palm hat die Medien viel mehr beschäftigt als uns”, sagte ermir in einem Interview. Es gebe ohnehin mehrere Wege, den Pre mit Multimedia-Inhalten zu bestücken. Zum einen könne der Anwender einfach per Drag&Drop die Medien-Dateien auf den Palm Pre kopieren.

Der Palm Pre kommuniziert mit iTunes 8.2

Schließt man das Smartphone mit einem USB-Kabel an einen PC oder Mac an, erscheint der Pre wie eine externe Festplatte auf dem Desktop bzw. in der Arbeitsumgebung. “Wir haben sehr viel Mühe darauf verwendet, dass die Medientypen einfach erkannt werden und es keine Rolle spielt, in welchen Ordner man die dateien kopiert hat”, sagt Rubinstein.

Neben Drag&Drop könne der Pre-Anwender auch Sync-Programme wie DoubleTwist, Missing Sync von mark/space oder iTunes verwenden. (Anwender in Deutschland sollten derzeit die Version 8.2 von iTunes verwenden.) „Letztlich wird aber alles in der Internet-Wolke landen, für die ich dann überhaupt keine speziellen Programme auf dem PC mehr benötige.“

Schwach sieht der Palm Pre noch bei den Anwendungen aus, die bislang für WebOS und den Pre zur Verfügung stehen. Der “iTunes App Store” von Apple für das iPhone und den iPod touch platzt aus allen Nähten und bietet auch unendlich viele Anwendungen aus Deutschland – im “Palm App Catalog” stehen derzeit nur 200 Handy-Programme, die fast alle aus den USA stammen. So fehlt beispielsweise eine echte Navigationslösung, wie sie TomTom oder Navigon für das iPhone anbieten. “Wir sind zunächst mit einigen ausgewählten Entwicklern gestartet”, erläutert Rubinstein. Inzwischen sei das Paket zur Entwicklung von WebOS-Programmen aber mehr als 10 000 Mal heruntergeladen worden, so dass demnächst viel mehr Apps für den Palm Pre zu erwarten seien.

Foto-Gallerie – Die Anwendungen auf dem Palm Pre:

(Auf Vorschaubilder klicken, um größeres Bild zu sehen.)

Die noch schmächtige Ausstattung des App Catalog ist auch der Hauptkritikpunkt in den aktuellen Rezensionen, die in den vergangenen Tagen erschienen sind. Sonst bekommt Rubinsteins Smartphone durchweg gute Noten: Michael Spehr, der Technikexperte der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” sieht im Pre sogar “ein neues Zugpferd an der Spitze des Fortschritts”. Der Palm Pre sei “ein erstes, sehr erfolgversprechendes Gerät für ein hervorragendes neues Betriebssystem, das weitaus besser gefällt als Symbian von Nokia oder Windows Mobile”.

Dirk Liedtke vom “Stern” sieht im Palm Pre ein “Schmuckstück für iPhone-Verweigerer”. Wie einst der Palm Pilot helfe der Palm Pre, den Alltag unterwegs online zu organisieren. Der Webzugang sei komfortabel, E-Mail-Konten lassen sich abfragen und Kalenderdaten mit dem PC abgleichen. “Zugegeben, das können viele Smartphones, aber der Pre ist ein besonders harmonisches Gesamtkunstwert aus schicken Design und guter Software”, urteilt Liedtke.

Die Fachzeitschrift “c’t” zieht das Fazit, der Palm Pre könne “in vielen, aber nicht allen Disziplinen mit dem iPhone mithalten” und bemängelt “kleine Unstimmigkeiten”. Die offene Architektur lasse auf Zusatzfunktionen und die Unterstützung weiterer Online-Dienste hoffen, “doch das müssen Palm und die Anwendungsentwickler erstmal einlösen. «Bis dahin bekommt man ein vergleichsweise günstiges Smartphone mit einem mächtigen Betriebssystem, das nicht an teure Spezialverträge gebunden ist.”

Auch Matthias Kremp von “Spiegel Online” hofft auf zusätzliche Anwendungen für den Pre. Dieser Mangel werde auch nicht durch einen Emulator ausgeglichen, mit dem man Programme für das alte Palm OS auf dem Pre zum Laufen bekomme. Sein Urteil zu dem neuen Smartphone: “Es bricht mit Traditionen, ist einmalig. So wie das iPhone, nur anders.”

Die Daten des Palm Pre (Quelle: heise.de)

Die Daten des Palm Pre (Quelle: heise.de)

Palm umwirbt die Frauen

Palm Pre Commercials Aim for Women | Kara Swisher | BoomTown | AllThingsD.

Palm Pre in Deutschland exklusiv bei O2 – aber ohne SIM-Lock

Palm Pre in Deutschland exklusiv bei O2

Palm Pre in Deutschland exklusiv bei O2

Nun steht es endlich fest: Palm wird seinen iPhone-Konkurrenten Palm Pre in Deutschland zum Weihnachtsgeschäft exklusiv über den Mobilfunkanbieter O2 vertreiben. Dabei wird O2 auf Netzsperren wie ein SIM-Lock verzichten, so dass Kunden das Smartphone von Palm auch in anderen Mobilfunknetzen betreiben können, kündigte O2-Vertriebschef Lutz Schüler am 7. Juli in München an.

“Der Ruf der Mobilfunkbranche in Deutschland ist derzeit noch schlechter als der von Versicherungsunternehmen”, sagte Schüler. Das wolle O2 nun ändern und auch attraktive Geräte ohne einen Knebelvertrag anbieten. “Wir vertrauen darauf, dass die Leute bei uns nicht nur die Hardware kaufen, sondern auch unsere Tarife buchen.”

O2 wird für den Palm Pre kein spezielles Tarifangebot einrichten, sondern die üblichen Tarife anbieten. t. So kann man einen O2 o-Vertrag ohne Grundgebühr und dazu die Handy-Datenflat für 10 Euro und mit einer Mindestdauer von drei Monaten abschließen, die nach 200 MByte Volumen auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt ist. Alternativ bietet O2 es einen ab 5 GByte gedrosselten Datentarif für 25 Euro an. Laut Firmensprecher Roland Kuntze überlegt O2, einen dritten Tarif mit dazwischen liegender Gebühr und Drosselungsgrenze anzubieten.

Über die Ratenkaufoption “My Handy” trenne O2 die Finanzierung des Mobiltelefons von den Kosten für den Mobilfunkvertrages. Schüler sagte, O2 wolle künftig jedes dritte Smartphone in Deutschland verkaufen. Da sein Unternehmen neben Vodafone und T-Mobile ein Hochgeschwindigkeits-Mobilfunknetz betreibe, stehe O2 diese Rolle zu. Bereits heute stamme jeder dritte «Surfstick», mit dem Laptops mit dem UMTS-Netz verbunden werden können, von O2.

Die Vereinbarung zwischen O2 und Palm ist Teil einer größer angelegten Partnerschaft zwischen dem spanischen Telekomriesen Telefónica und dem kalifornischen Taschen-PC- und Smartphone-Pionier Palm. Neben O2 in Deutschland, Großbritannien und Irland bringt auch der spanische Provider Movistar den Palm Pre im vierten Quartal 2009 auf den Markt.

Der iPhone-Herausforderer Palm Pre

Der iPhone-Herausforderer Palm Pre

Palm hatte das Smartphone im Januar erstmals auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt und war in ersten Testberichten mit viel Vorschusslorbeeren bedacht worden. In den USA wurde der Palm Pre Anfang Juni durch den Mobilfunkprovider Sprint auf den Markt gebracht. Innerhalb von vier Wochen verkauften Palm und Sprint rund 300 000 Geräte. Branchenbeobachter sehen in dem Pre die letzte Chance für Palm, nach einer Serie von geschäftlichen Misserfolgen sich wieder erfolgreich am Markt zu behaupten.

O2-Vertriebschef Schüler räumte in München ein, das iPhone von Apple habe für den gesamten Markt eine überragende Rolle gespielt. “Die Dynamik, die das iPhone der Branche beschert hat, ist uns höchst willkommen.” Aus dem Graumarkt seien auch rund 50 000 iPhones im O2-Netz gelandet, obwohl das Apple-Smartphone in Deutschland exklusiv von T-Mobile angeboten wird. Mit dem Palm Pre habe O2 nun das «interessanteste Smartphone» im Markt, sagte Schüler.

Ein Sprecher von Palm verteidigte die Strategie seines Unternehmens, keine eigene Sync-Software für den Pre auf den Markt zu bringen. Der Pre werde vor allem über das Internet abgeglichen. Für die Übertragung von Musikstücken und Videos könne iTunes von Apple verwendet werden, da sich der Pre gegenüber iTunes “im Prinzip wie ein iPod” verhalte.

CNET testet den Palm Pre

Redakteurin Bonnie Cha gefällt das iPhone und empfiehlt es allen Sprint-Kunden, die etwas in der iPhone-Klasse haben möchten (das iPhone ist in den USA offiziell nur für Kunden von AT6T, nicht aber Sprint, Verizon oder T-Mobile zu haben). Kritisch sieht sie die zu kurze Batterielaufzeit und einige Softwareglitches.

Palm Pre verkauft sich wie warme Semmeln

… aber in den Stores von Sprint, Best Buy und Radio Shack gab es nur wenige davon. Immerhin sagt Sprint (nach Darstellung einer Palm-Sprecherin): “Noch nie hat sich bei Sprint ein Smartphone so gut verkauft wie der Palm Pre.”

Dwindling Supplies of Palm Pre at Sprint Stores | John Paczkowski | Digital Daily | AllThingsD.

Der Palm Pre im Praxistest: Viele Stärken und einige Schwächen

Update: Aktueller Praxistest der deutschen UMTS-Version des Palm Pre (Stand: 13. Oktober 2009) – hier klicken:
Palm Pre im Praxistest (1) – Das iPhone bekommt Konkurrenz – Palm, Rubinstein, iPhone, Apple, Euro, Gesten, WebOS, Smartphone – webOSworld
und
Der Palm Pre im Praxistest (2) – iTunes und der Palm Pre – Palm, iTunes, iPhone, Rubinstein, Smartphone, Deutschland, Anwendungen, Apple – webOSworld.

Logo Palm PreIn Testberichten wichtiger Medien in den USA erhält der Palm Pre durchweg gute Noten. Ob das neue Smartphone Palm allerdings den Konkurrenten von Apple, RIM (BlackBerry) und Nokia tatsächlich Marktanteile in großem Stil abnehmen kann, steht noch in den Sternen.

Palm Pre

Palm Pre

Am kommenden Wochenende will Palm beweisen, dass das Unternehmen an legendäre Produkterfolge wie den Palm Pilot, den ersten “Persönlichen Digitalen Assistenten” (PDA) für die Massen, wieder anknüpfen kann. Zusammen mit dem US-Mobilfunkprovider Sprint Nextel startet das kalifornische Unternehmen an diesem Samstag (6. Juni) die Vermarktung des Smartphones Palm Pre.

Hinter der Konzeption des Pre steckt Jon Rubinstein, der zuvor bei Apple für die Entwicklung des Musikplayers iPod zuständig war. Für die Entwicklung Pre warb Rubinstein rund 250 Experten vor allem bei Apple und anderen Silicon-Valley-Firmen ab. Mit diesem Team, wollte er ein Internet-Handy entwerfen, das es nicht nur mit dem iPhone oder den neuen Google-Handys aufnehmen, sondern die Vorbilder in manchen Bereichen auch übertreffen kann. Finanziert wird das Projekt vom Risikokapitalgeber Elevation Partners, der im Juli 2007 über 300 Millionen Dollar in das angeschlagene Unternehmen investierte.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bekannte IT-Journalisten in den USA wie David Pogue von der «New York Times» oder Walt Mossberg vom «Wall Street Journal» konnten den Palm Pre schon vor dem Marktstart testen – und verteilen jetzt durchweg gute Noten. «Der Palm ist ein spektakulärer Erfolg. Von Null auf hundert in der ersten Version», schreibt Pogue. Mossberg sieht in dem Pre ein «intelligentes und durchdachtes Produkt, das insbesondere diejenigen ansprechen wird, die sich (für ein Smartphone) eine physikalische Tastatur wünschen.»

Im Gegensatz zum iPhone verfügt der Palm Pre nämlich nicht nur über eine virtuelle Tastatur, mit der sich etliche Vielschreiber nicht so recht anfreunden können. David Pogue vergleicht in seinem Test die winzige Tastatur des Pre mit dem Keyboard eines Blackberry, das wie der riesige US-Bundesstaat Texas erscheine. Dennoch könne man auf den kleinen Pre-Tasten mindestens so gut tippen wie auf einer Glasscheibe.

Alle Tester haben hervor, dass der Pre mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen kann, was beim iPhone so nicht möglich ist. Weiterhin punktet der Palm Pre mit seiner smarten Synchronisationsfunktion Synergy und einer gelungenen Integration von Social Networks wie Facebook oder Netzdiensten wie Google Kalender.

Die Akku-Laufzeit lässt noch zu wünschen übrig. Die Tester hatten ihre Probleme, einen kompletten Arbeitstag mit einer Akkuladung zu bestreiten. Immerhin lässt sich der Akku des Pre problemlos tauschen.

Das iPhone von Apple punktet im Vergleich zum Pre vor allem bei den Anwendungen. Da Palm den Software-Entwicklern nur eine extrem kurze Vorlaufzeit eingeräumt hat, werden zum Start des Pre kaum Zusatzprogramme verfügbar sein. Für das Apple-Handy dagegen werden inzwischen im iTunes-Store über 40 000 «Apps» angeboten. Aufwändige Computerspiele aus der iTunes-Bestseller-Liste wird es für den Palm Pre überhaupt nicht geben können, da das Palm-Gerät für grafiklastige Programme nicht geeignet ist.

Der von Sprint Nextel in den USA angebotene Palm Pre wird außerhalb der USA kaum eingesetzt werden können, da er auf der Basis des US-Mobilfunkstandards CDMA läuft. Eine Variante für Europa (GSM/UMTS) hat Palm zwar auf dem Mobile World Congress in Barcelona angekündigt. Für Deutschland wurde aber bislang weder ein Startdatum noch der Mobilfunkpartner für die Markteinführung bekannt gegeben.

Palm Pre und Apple iPhone 3G im Vergleich

Palm Pre und Apple iPhone 3G im Vergleich

Ich bin gespannt, ob Apple Palm wegen des Pre verklagen wird. Der Palm Pre verwendet nämlich nicht nur die von Apple patentierte «Multitouch-Technologie» zur Steuerung des Smartphone mit mehreren Fingern. Vor einer Woche verkündete Palm überraschend, das man ausgerechnet die iTunes-Software von Apple auserkoren hat, um Musikstücke, Videos und Fotos zwischen einem Computer und dem Palm Pre auszutauschen. Dazu hat Palm den Pre mit einem speziellen MediaSync-Modus ausgestattet, der einem Mac oder PC einen iPod vorgaukelt. Dies dürfte die Anwälte von Apple zur Weißglut treiben. Es könnte aber auch sein, dass Apple auf einen spektakulären Gang vor Gericht verzichtet und stattdessen mit einer künftigen iTunes-Version den ungebetenen Gast wieder aussperrt. Das aktuelle Update auf iTunes 8.2 hat der MediaSync-Mode auf jeden Fall oder Schaden überstanden.

NYT – David Pogue
Wired – Steven Levy
USA Today – Ed Baig
WSJ – Walt Mossberg
Engadget – Josh Topolsky
Gizmodo – Jason Chen

Time – Josh Quittner
Newsweek – Dan Lyons
PC Magazine – Sascha Segan
Laptop – Mark Spoonauer
SlashGear and MyPre – Vincent Nguyen
PC World – Ginny Mies

Was der Palm Pre kann – und was nicht

Palm-Chairman Jon Rubinstein und Roger McNamee, Managing Director der Investmentfirma Elevation Partners, sind acht Tage vor dem Launch des Palm Pre in den USA noch ziemlich gelassen. Zum Auftritt der beiden auf der Konferenz D7 im kalifornischen Carlsbad präsentierten die beiden ein lockeres, selbstironisches Video um den Über-Hype, der in den USA rund um den Palm Pre entfacht wurde:

D7 Video: Jon and Roger Market the Palm Pre | D7 Highlights | AllThingsD

O2 launcht Palm Pre in Großbritannien

Am 6. Juni startet der Verkauf des Palm Pre in den USA. Und nun steht auch der erste europäische Launch-Partner für den iPhone-Konkurrenten fest: O2, der größte britische Mobilfunkprovider, wird den Palm Pre zum Weihnachtsgeschäft 2009 in Großbritannien auf den Markt bringen, berichtet der Guardian. Zuvor soll es eine Bieterschlacht zwischen O2, Vodafone und Orange um den exklusiven Zugriff auf das Palm-Smartphone gegeben haben.

Nun sind wir gespannt, wer in Deutschland den Palm Pre in die Läden bringen wird und wie die Tarif-Details aussehen werden.

O2 follows iPhone success with deal for next must-have gadget | Business | guardian.co.uk.

P.S.: Wer schon einmal die Fingergesten zur Bedienung des Palm Pre üben möchte, kann bei Engadget nachschauen:
Leaked Palm Pre Gesture Guide lets you get some finger-flicking practice in early

Kommt der Palm Pre am 7. Juni bei Best Buy?

Boy Genius Report berichtet, dass die ersten Palm Pre in den USA bei Best Buy in einer Art Vorabverkauf zu haben sein sollen. Die Preise, die Palm-Partner Sprint und Best Buy dabei aufrufen sind lt BGR happig: 199 Dollar mit einem neuen Zwei-Jahresvertrag, 299 Dollar bei einer Vertragsverlängerung und 999 Dollar ohne Vertrag. Vom Launch einer GSM-Version für Europa ist nicht die Rede.

Best Buy to trial launch Palm Pre on June 7th : Boy Genius Report.