In manchen O2-Shops bestehen die Verkäufer darauf, dass die Kunden einen Ratenzahlungsvertrag “MyHandy” abschließen, der aus einem Euro Anzahlung und 24 Raten á 20 Euro besteht. Wem das zu lästig kann, kann aber auch darauf bestehen, das gerät ohne weitere Verpflichtung mit einer Einmalzahlung von 481 Euro nach Hause mitzunehmen.
Wie auf dieser Site mehrfach erläutert, wurde für den Palm Pre mit WebOS ein völlig neues Handy-Betriebssystem entwickelt. Damit ist der Pre im Gegensatz zum iPhone von Apple auch in der Lage, mehrere Anwendungen parallel laufen zu lassen. Dieses “Multitasking” erweist sich im alltäglichen Umgang als sehr praktisch – beispielsweise wenn der Nutzer während eines Telefonats in seinen Online-Kalender schauen möchte.
Punkte sammelt der Palm Pre auch mit “Synergy”. Mit dieser Funktion werden Kontaktinformationen aus einem lokal vorhandenen Adressbuch mit sozialen Netzwerken abgeglichen. Dabei wird für eine Person nur ein Eintrag angelegt. Auch im digitalen Kalender des Pre können unterschiedliche Datenquellen zusammengeführt werden, etwa die Bürotermine aus Microsoft Exhange und private Verabredungen, die in einem Google Kalender eingetragen sind.
Vom iPhone setzt sich der Palm Pre auch mit einer Qwertz-Tastatur ab. Sie erscheint, wenn man den Bildschirm des Smartphones nach oben schiebt. Die knubbeligen Tasten sind gewölbt und haben genügend Abstand, um sie nach einer kurzen Eingewöhnungsphase zielgenau mit Daumen oder Zeigefinger zu treffen. Das Display des Palm Pre besitzt wie das iPhone eine Auflösung von 320 mal 480 Pixel, auch wenn der Bildschirm kleiner ist.Wie Apple hat Palm sich Webkit als technische Grundlage für den Webbrowser auf dem Smartphone ausgesucht. Und da der Palm Pre wie das iPhone eine Bedienung mit zwei Fingern zum Navigieren und Zoomen unterstützt, fällt das Surferlebnis bei beiden Geräten sehr ähnlich aus. Allerdings setzt Palm noch eine veraltete Version des Webkits ein, so dass beim Acid3-Test der Pre grandios scheitert, während der Safari-Browser mit 100 von 100 möglichjen Punkten eine optimale Bewertung bekommt. Mit dem Acid3-Test (Definition in Wikipedia) wird überprüft, ob ein Browser sich zu den Standards des World Wide Web Consortiums (W3C) konform verhält.
Es ist wahrscheinlich kein Zufall, dass Apple und Palm sich für die gleiche technische Grundlage beim mobilen Browsing entschieden haben. Hinter dem Palm-System WebOS steht nämlich der ehemalige Apple-Manager Jon Rubinstein. Der heute 53 Jahre alte Informatiker hatte Apple Ende der 90er Jahre an der Seite von Steve Jobs mit dem iMac vor dem Totalabsturz bewahrt. Bis zum Jahr 2006 verantwortete er dann das iPod-Geschäft.
Eigentlich wollte Rubinstein sich dann als Edelpensionär aus dem Business zurückziehen und zumindest eine Zeitlang sein Leben geniessen. Doch schon wenige Monate nach seinem Ausscheiden bei Apple fragten der damalige Palm-CEO Ed Colligan und eine Gruppe von Investoren an, ob Rubinstein nicht eine zentrale Rolle bei der Erneuerung von Palm einnehmen wolle. Der Damals 51 Jahre alte Informatiler nahm die Herausforderung an und leitete das Team, das den Palm Pre und das neue WebOS entwickelte. Verkürzt könnte man sagen, dass der Vater des iPod nun dem iPhone Konkurrenz machen möchte.
In diesem Video erzählt Jon Rubinstein noch einmal ausführlich, wie er damals von den Palm-Verantwortlichen angeworben wurde.
Die Apple-Vergangenheit von Rubinstein kann man aber auch bei Palm in manchen Punkten wiedererkennen. So legt er großen Wert darauf, seinen Kunden ein absolut perfektes Erlebnis mit dem Produkt zu gewährleisten. Daher hat Palm nicht nur Hard- und Software sorgfältig aufeinander abgestimmt, sondern kontrolliert auch scheinbar Kleinigkeiten. Das fängt bei der Verpackung des Pre, dessen “Unboxing” einfach Spaß macht bis hin zu den Verkaufstellen, in denen möglichst gut geschulte Verkäufer arbeiten sollen, die das Smartphone im Detail kennen.
Es gibt aber auch Punkte, in denen sich Rubinstein bewusst von seiner Apple-Vergangenheit absetzt. Neue Wege geht Palm beispielsweise bei der Steuerung des WebOS auf dem Pre. Mit verschiedenen Gesten – das sind Wischbewegungen auf dem Display – können die wichtigsten Funktionen des Palm Pre aufgerufen werden. Das erfordert ein wenig Übung und auch hin und wieder einen Blick in die Bedienungsanleitung. Aber nach einigen Tagen gehen diese Gesten ohne großes Nachdenken von der Hand. “Wenn man sich an diese Gesten gewöhnt hat, möchte man doch zum iPhone nicht wieder zurück”, sagte mir Rubinstein in einem Interview, der in dieser Frage natürlich nicht neutral ist.
Weiterlesen beim zweiten Teil des Praxistests:
Der Palm Pre im Praxistest (2) – iTunes und der Palm Pre – Palm, iTunes, Rubinstein, iPhone, Version, Deutschland, Apple, Gesten – webOSworld.



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