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Praxistest Palm Pre Plus und Palm Pixi Plus

Palm Pre Plus

Palm Pre Plus

Palm unternimmt Ende April einen neuen Versuch, dem iPhone und anderen Smartphones Konkurrenz zu machen. Bislang hat das kalifornische Unternehmen den Palm Pre in Deutschland nur über O2 vertrieben. Künftig werden die neuen Internet-Handys des Unternehmens – Pre Plus und der kleinere Pixi Plus – auch in den Shops von Vodafone zu haben sein.

»Wir sind stolz, dass wir nun zwei leistungsfähige Partner in Deutschland haben», sagte Palm-Chef Jon Rubinstein. Die erste Generation des Palm Pre erhielt zum Marktstart im Sommer 2009 in Testberichten durchweg Bestnoten. Besonders das moderne Betriebssystem WebOS überzeugte die Tester. Doch im Wettbewerb mit dem Apples iPhone und den Handys mit dem Android-Betriebssystem von Google konnte der Pre bislang nicht mithalten – zumindest was die Absatzzahlen betrifft.

Hauptspeicher verdoppelt

Den Pre Plus hat Palm besser ausgestattet: Mussten sich Nutzer beim Vorgänger noch mit acht Gigabyte Hauptspeicher begnügen, hat das neue Smartphone die doppelte Speichermenge an Bord. Damit kann das Betriebssystem auch eine Stärke besser ausspielen als bisher: WebOS ermöglicht im Gegensatz zu iPhone OS oder dem meisten anderen Smartphone-Systemen echtes Multitasking. Die Anwender können mehrere Programme gleichzeitig geöffnet halten und zwischen verschiedenen Apps genannten Anwendungen hin und her springen. Bei den meisten anderen Smartphones werden sie dagegen gezwungen, erst die laufende App zu schließen, um eine andere öffnen zu können.

Von der gegenüber dem Vorgänger schnelleren Hardware des Pre Plus ist allerdings bei Routinearbeiten wie Surfen und E-Mail nicht viel zu merken. Der größere Arbeitsspeicher zahlt sich erst richtig aus, wenn eine größere Zahl von Apps gleichzeitig geöffnet wird.

Größere Freiheiten für die Anwender

Im Vergleich zum iPhone überzeugen die Palm-Smartphones mit den größeren Freiheiten, die dem Anwender eingeräumt werden. Das beginnt schon bei der Inbetriebnahme: Während das iPhone eine einmalige Aktivierung über einen angeschlossenen PC oder Mac voraussetzt, kann man die Palm-Geräte ohne jede Verbindung zu einem Computer starten. Auch das Aktualisieren des Betriebssystems findet bei Pre Plus und Pixi Plus “Over the air”, also über das Mobilfunknetz, statt.

Flexibler als das iPhone ist der Palm Pre Plus auch bei der Frage, wie man einen PC, eine mobile Spielekonsole oder einen Tablet-Computer wie das iPad unterwegs mit dem Internet verbinden kann. Mit der Anwendung “Mobile Hotspot” kann man das Palm-Gerät in einen mobilen WLAN-Router verwandeln und so einen kabellosen und mobilen Internetzugang ermöglichen. Das ist praktisch – allerdings beansprucht der Hotspot-Betrieb den Akku des Palm Pre erheblich, so dass man bei längerer Nutzung besser das Netzteil einstöpselt oder das Gerät auf die futuristische drahtlose Ladestation Touchstone legt. Außerdem wird der Pre Plus bei längerem Betrieb recht warm.

Defizite beim Software-Angebot

Defizite im Vergleich zum iPhone und auch zu Android-Handys haben die beiden Palm-Smartphones noch beim Software-Angebot. Während der iTunes App Store aus allen Nähten platzt und der Android Marketplace inzwischen auch üppig bestückt ist, gibt es für WebOS noch nicht so viele Apps. Doch Palm hat in den vergangenen Monaten nachgebessert. So bietet der eigene App Catalog inzwischen 3D-Spiele wie “Need for Speed Undercover”, “Real Football 2010″, “Die Sims 3″ oder “Let’s Golf”.

Palm Pixi Plus auf der Ladestation Touchstone

Palm Pixi Plus auf der Ladestation Touchstone

Stark sind auch die Anwendungen, die die Palm-Handys mit sozialen Netzwerken wie Facebook oder LinkedIn verbinden. Der 139 Gramm schwere Pre Plus hat eine Schiebetastatur und einen im Vergleich zum Pixi Plus etwas größeren Bildschirm. Letzterer wiegt nur 94 Gramm, ist dünner und hat eine QWERTZ-Tastatur direkt unter dem Display. Palm hat Pixi Plus mit acht Gigabyte Hauptspeicher ausgestattet. In einem Zweijahresvertrag von Vodafone wie dem SuperFlat Internet kostet der Pre Plus 150 Euro, der Pixi Plus 50 Euro. Bei O2 erhält man den Pre Plus für eine Anzahlung von 29 Euro und 24 Monatsraten zu je 20 Euro ohne Vertragsbindung. Beim Pixi Plus werden eine Anzahlung von 29 Euro und 24 Monatsraten von 15 Euro fällig.

Brillante Plattform mit viel Potential

Joshua Topolsky, Chefredakteur des Technik-Blogs Engadget, spekuliert darauf, dass neue Anwendungen für WebOS den Pre Plus im Vergleich zu den Wettbewerbern nach vorne bringen. “Palm hat nicht das schnellste Smartphone, nicht die höchste Bildschirmauflösung und sicherlich nicht die größte Auswahl an Programmen.” Es habe aber eine brillante Plattform mit großem Potenzial, die die Art und Weise verändern könnte, wie Nutzer mit dem Handy leben und arbeiten. Der Technikdienst golem.de lobt die Qualität des neuen Smartphones, kritisiert aber den Preis: Der “Pre Plus ist eindeutig das bessere Pre-Modell, ist aber zum Marktstart im Vergleich zum Pre mit einem Preis von 510 Euro überteuert.”

Die Features des Palm Pre Plus:

  • UMTS/HSDPA 900/2100 und Quad‐Band GSM/GPRS/EDGE: 850/900/1800/1900
  • 3,1 Zoll Multi‐Touchscreen mit 24‐bit Farbe 320×480 Auflösung HVGA Display
  • 16GB interner Speicher (~15GB stehen dem Nutzer zur Verfügung)
  • Webbrowser auf der Basis von Webkit
  • Annäherungssensor: Deaktiviert den Touchscreen und das Display automatisch bei jedem Anruf oder wenn das Telefon ans Ohr geführt wird
  • Lichtsensor: Verdunkelt das Display bei dunkler Umgebung (z. B. am Abend, in schwach beleuchteten Räumen) automatisch, um den Akku zu schonen
  • Beschleunigungssensor: Passt Fotos und Internetseiten automatisch an die Nutzerperspektive an
  • Wi‐Fi 802.11 b/g
  • Integriertes GPS
  • Messaging-Unterstützung (kombinierte IM, SMS und MMS)
  • Multimedia Features, inklusive Fotos, Abspielen von Videos und Musik sowie eine Kamera mit LED Blitz
  • Standard 3.5mm Kopfhörerausgang
  • E-Mail, inklusive Exchange ActiveSync (EAS) (für Microsoft Exchange Server Zugang) und E-Mail-Unterstützung (Google Gmail push, Yahoo! push, POP3, IMAP)
  • Bluetooth® 2.1 + EDR mit A2DP stereo Bluetooth Unterstützung
  • USB-Massenspeicher-Modus/ Laden/microUSB-Anschluss mit USB 2.0 Hi‐Speed
  • QWERTZ Tastatur
  • Ton‐Aus‐Schalter
  • Auswechselbarer Akku
  • Abmessungen: 59.6mm (B) x 100.7mm (H, geschlossen) x 17.5mm (T)
  • Gewicht: 139 Gramm

Die Features des Palm Pixi Plus:

  • UMTS/HSDPA 900/2100 und Quad‐Band GSM/GPRS/EDGE: 850/900/1800/1900
  • 2,63 Zoll Multi‐Touchscreen mit 18‐bit Farbe 320×400 Auflösung TFT Display
  • 8GB interner Speicher (~7GB stehen dem Nutzer zur Verfügung)
  • Webbrowser auf der Basis von WebKit
  • Annäherungssensor: Deaktiviert den Touchscreen und das Display automatisch bei jedem Anruf oder wenn das Telefon ans Ohr geführt wird.
  • Lichtsensor: Verdunkelt das Display bei dunkler Umgebung (z. B. am Abend, in schwach beleuchteten Räumen) automatisch, um den Akku zu schonen
  • Beschleunigungssensor: Passt Fotos und Internetseiten automatisch an die Nutzerperspektive an
  • Wi‐Fi 802.11 b/g
  • Integriertes GPS
  • Messaging Unterstützung (kombinierte IM, SMS und MMS)
  • Multimedia Features, inklusive Fotos, Abspielen von Videos und Musik sowie eine 2-Megapixel Fixed‐Focus Kamera mit LED Blitz
  • Standard 3.5mm Kopfhörerausgang
  • E-Mail, inklusive Exchange ActiveSync (EAS) (für Microsoft Exchange Server Zugang) und E-Mail-Unterstützung (Google Gmail push, Yahoo! push, POP3, IMAP)
  • Bluetooth® 2.1 + EDR mit A2DP stereo Bluetooth Unterstützung
  • USB-Massenspeicher-Modus/ Laden/microUSB-Anschluss mit USB 2.0 Hi‐Speed
  • QWERTZ Tastatur
  • Ton‐Aus‐Schalter
  • Auswechselbarer Akku 1150 mAh
  • Abmessungen: 55mm (B) x 111mm (H) x 10.85mm (T)
  • Gewicht: 94 Gramm

O2 und Vodafone bringen Palm Pre Plus und Pixi Plus nach Deutschland

Palm Pixi Plus

Palm Pixi Plus

Lange mussten die Palm-Kunden in Deutschland auf die neuen Smartphones mit dem webOS warten. Doch nun steht fest, dass sowohl Palm-Partner O2 als auch Vodafone den Palm Pre Plus und das Palm Pixi Plus in Deutschland anbieten werden. Dazu hat Palm diese Mitteilung veröffentlicht:

München, 13. April 2010 – Palm gibt heute bekannt, dass die Palm Pre Plus und Palm Pixi Plus Smartphones ab dem 28. April 2010 sowohl bei o2 als auch bei Vodafone erhältlich sein werden.

„Auf Basis des Erfolges des Palm Pre in Deutschland, freuen wir uns, dass wir das Pre Plus und das Pixi Plus sowohl für o2 als auch für Vodafone Kunden auf den Markt bringen“, sagt Jon Rubinstein, Chairman und Chief Executive Officer von Palm. „Mit den beiden neuen Palm webOS Smartphones bleiben Kunden immer in Verbindung und müssen nichts verpassen.“

Mit einer Slider-Tastatur, einem großem Touchscreen und einem leistungsstarken Prozessor ist das Pre Plus das voll ausgestattete Palm webOS Smartphone. Das Gerät wurde speziell für Anwender entwickelt, die ein einfach zu bedienendes Smartphone mit fortschrittlichen Funktionen möchten, das sie dabei unterstützt, die verschiedenen Aspekte ihres privaten und beruflichen Alltags zu managen. Die Tastatur ermöglicht ein schnelles und einfaches Tippen, während der einzigartige Gestenbereich einen schnellen Zugriff und eine intuitive Navigation bietet. Kunden erhalten daneben eine Speicherkapazität von 16 GB (15 GB verfügbar) für Anwendungen und Medien-Inhalte. Das Pre Plus enthält die Palm Touchstone Rückabdeckung – damit ist es direkt mit der revolutionären induktiven Touchstone Ladestation (separat erhältlich) kompatibel.

Kompletten Beitrag lesen ‘O2 und Vodafone bringen Palm Pre Plus und Pixi Plus nach Deutschland’

Palm Pre: Exklusiv bei O2 ab 13. Oktober für 481 Euro

Logo O2Nun steht das Lauchndatum für den Palm Pre in Deutschland fest: O2 startet am 13. Oktober den Verkauf des Smartphones hierzulande. Am 16. Oktober folgt dann der Marktstart in Großbritannien und Irland – rund 4 Monate nach dem Launch des Palm Pre in den USA.

Wie bereits berichtet, verzichtet O2 auf einen Netlock, um sich hier von der restriktiven und verbraucherunfreundlichen Vertriebspolitik von T-Mobile mit dem iPhone abzusetzen. Wer bei O2 einen Palm Pre haben möchte, muss 481 Euro zahlen. Über die Ratenkaufoption “MyHandy” von O2 wird dieser Betrag dann auf zwei Jahre in Monatsraten 20 Euro aufgeteilt wird, plus 1 Euro Anzahlung.

O2 bietet das Palm Pre in Deutschland mit freier Vertragswahl an. “Für die mobile Internetnutzung empfiehlt sich die Zubuchung der Handy-Surfflatrate für 10 Euro im Monat. Damit surfen Kunden bis zu einem Volumen von 200 MB mit einer Geschwindigkeit bis zu 7,2 MBit/s (HSDPA) mobil im Internet. Anschließend wird diese auf ISDN-Niveau reduziert”, heißt es in der Pressemitteilung von 02. Neben dem Tarif “Internet M” für 10 Euro im Monat bietet O2 weiterhin auch ein größeres Paket “Internet L” an, bei dem es keine Volumenbegrenzung gibt.

Pressemitteilung – 13. Oktober 2009: o2 bringt Palm Pre auf den Markt.

Palm Pre in Deutschland exklusiv bei O2 – aber ohne SIM-Lock

Palm Pre in Deutschland exklusiv bei O2

Palm Pre in Deutschland exklusiv bei O2

Nun steht es endlich fest: Palm wird seinen iPhone-Konkurrenten Palm Pre in Deutschland zum Weihnachtsgeschäft exklusiv über den Mobilfunkanbieter O2 vertreiben. Dabei wird O2 auf Netzsperren wie ein SIM-Lock verzichten, so dass Kunden das Smartphone von Palm auch in anderen Mobilfunknetzen betreiben können, kündigte O2-Vertriebschef Lutz Schüler am 7. Juli in München an.

“Der Ruf der Mobilfunkbranche in Deutschland ist derzeit noch schlechter als der von Versicherungsunternehmen”, sagte Schüler. Das wolle O2 nun ändern und auch attraktive Geräte ohne einen Knebelvertrag anbieten. “Wir vertrauen darauf, dass die Leute bei uns nicht nur die Hardware kaufen, sondern auch unsere Tarife buchen.”

O2 wird für den Palm Pre kein spezielles Tarifangebot einrichten, sondern die üblichen Tarife anbieten. t. So kann man einen O2 o-Vertrag ohne Grundgebühr und dazu die Handy-Datenflat für 10 Euro und mit einer Mindestdauer von drei Monaten abschließen, die nach 200 MByte Volumen auf GPRS-Geschwindigkeit gedrosselt ist. Alternativ bietet O2 es einen ab 5 GByte gedrosselten Datentarif für 25 Euro an. Laut Firmensprecher Roland Kuntze überlegt O2, einen dritten Tarif mit dazwischen liegender Gebühr und Drosselungsgrenze anzubieten.

Über die Ratenkaufoption “My Handy” trenne O2 die Finanzierung des Mobiltelefons von den Kosten für den Mobilfunkvertrages. Schüler sagte, O2 wolle künftig jedes dritte Smartphone in Deutschland verkaufen. Da sein Unternehmen neben Vodafone und T-Mobile ein Hochgeschwindigkeits-Mobilfunknetz betreibe, stehe O2 diese Rolle zu. Bereits heute stamme jeder dritte «Surfstick», mit dem Laptops mit dem UMTS-Netz verbunden werden können, von O2.

Die Vereinbarung zwischen O2 und Palm ist Teil einer größer angelegten Partnerschaft zwischen dem spanischen Telekomriesen Telefónica und dem kalifornischen Taschen-PC- und Smartphone-Pionier Palm. Neben O2 in Deutschland, Großbritannien und Irland bringt auch der spanische Provider Movistar den Palm Pre im vierten Quartal 2009 auf den Markt.

Der iPhone-Herausforderer Palm Pre

Der iPhone-Herausforderer Palm Pre

Palm hatte das Smartphone im Januar erstmals auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas vorgestellt und war in ersten Testberichten mit viel Vorschusslorbeeren bedacht worden. In den USA wurde der Palm Pre Anfang Juni durch den Mobilfunkprovider Sprint auf den Markt gebracht. Innerhalb von vier Wochen verkauften Palm und Sprint rund 300 000 Geräte. Branchenbeobachter sehen in dem Pre die letzte Chance für Palm, nach einer Serie von geschäftlichen Misserfolgen sich wieder erfolgreich am Markt zu behaupten.

O2-Vertriebschef Schüler räumte in München ein, das iPhone von Apple habe für den gesamten Markt eine überragende Rolle gespielt. “Die Dynamik, die das iPhone der Branche beschert hat, ist uns höchst willkommen.” Aus dem Graumarkt seien auch rund 50 000 iPhones im O2-Netz gelandet, obwohl das Apple-Smartphone in Deutschland exklusiv von T-Mobile angeboten wird. Mit dem Palm Pre habe O2 nun das «interessanteste Smartphone» im Markt, sagte Schüler.

Ein Sprecher von Palm verteidigte die Strategie seines Unternehmens, keine eigene Sync-Software für den Pre auf den Markt zu bringen. Der Pre werde vor allem über das Internet abgeglichen. Für die Übertragung von Musikstücken und Videos könne iTunes von Apple verwendet werden, da sich der Pre gegenüber iTunes “im Prinzip wie ein iPod” verhalte.

Der Palm Pre im Praxistest: Viele Stärken und einige Schwächen

Update: Aktueller Praxistest der deutschen UMTS-Version des Palm Pre (Stand: 13. Oktober 2009) – hier klicken:
Palm Pre im Praxistest (1) – Das iPhone bekommt Konkurrenz – Palm, Rubinstein, iPhone, Apple, Euro, Gesten, WebOS, Smartphone – webOSworld
und
Der Palm Pre im Praxistest (2) – iTunes und der Palm Pre – Palm, iTunes, iPhone, Rubinstein, Smartphone, Deutschland, Anwendungen, Apple – webOSworld.

Logo Palm PreIn Testberichten wichtiger Medien in den USA erhält der Palm Pre durchweg gute Noten. Ob das neue Smartphone Palm allerdings den Konkurrenten von Apple, RIM (BlackBerry) und Nokia tatsächlich Marktanteile in großem Stil abnehmen kann, steht noch in den Sternen.

Palm Pre

Palm Pre

Am kommenden Wochenende will Palm beweisen, dass das Unternehmen an legendäre Produkterfolge wie den Palm Pilot, den ersten “Persönlichen Digitalen Assistenten” (PDA) für die Massen, wieder anknüpfen kann. Zusammen mit dem US-Mobilfunkprovider Sprint Nextel startet das kalifornische Unternehmen an diesem Samstag (6. Juni) die Vermarktung des Smartphones Palm Pre.

Hinter der Konzeption des Pre steckt Jon Rubinstein, der zuvor bei Apple für die Entwicklung des Musikplayers iPod zuständig war. Für die Entwicklung Pre warb Rubinstein rund 250 Experten vor allem bei Apple und anderen Silicon-Valley-Firmen ab. Mit diesem Team, wollte er ein Internet-Handy entwerfen, das es nicht nur mit dem iPhone oder den neuen Google-Handys aufnehmen, sondern die Vorbilder in manchen Bereichen auch übertreffen kann. Finanziert wird das Projekt vom Risikokapitalgeber Elevation Partners, der im Juli 2007 über 300 Millionen Dollar in das angeschlagene Unternehmen investierte.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Bekannte IT-Journalisten in den USA wie David Pogue von der «New York Times» oder Walt Mossberg vom «Wall Street Journal» konnten den Palm Pre schon vor dem Marktstart testen – und verteilen jetzt durchweg gute Noten. «Der Palm ist ein spektakulärer Erfolg. Von Null auf hundert in der ersten Version», schreibt Pogue. Mossberg sieht in dem Pre ein «intelligentes und durchdachtes Produkt, das insbesondere diejenigen ansprechen wird, die sich (für ein Smartphone) eine physikalische Tastatur wünschen.»

Im Gegensatz zum iPhone verfügt der Palm Pre nämlich nicht nur über eine virtuelle Tastatur, mit der sich etliche Vielschreiber nicht so recht anfreunden können. David Pogue vergleicht in seinem Test die winzige Tastatur des Pre mit dem Keyboard eines Blackberry, das wie der riesige US-Bundesstaat Texas erscheine. Dennoch könne man auf den kleinen Pre-Tasten mindestens so gut tippen wie auf einer Glasscheibe.

Alle Tester haben hervor, dass der Pre mehrere Programme gleichzeitig laufen lassen kann, was beim iPhone so nicht möglich ist. Weiterhin punktet der Palm Pre mit seiner smarten Synchronisationsfunktion Synergy und einer gelungenen Integration von Social Networks wie Facebook oder Netzdiensten wie Google Kalender.

Die Akku-Laufzeit lässt noch zu wünschen übrig. Die Tester hatten ihre Probleme, einen kompletten Arbeitstag mit einer Akkuladung zu bestreiten. Immerhin lässt sich der Akku des Pre problemlos tauschen.

Das iPhone von Apple punktet im Vergleich zum Pre vor allem bei den Anwendungen. Da Palm den Software-Entwicklern nur eine extrem kurze Vorlaufzeit eingeräumt hat, werden zum Start des Pre kaum Zusatzprogramme verfügbar sein. Für das Apple-Handy dagegen werden inzwischen im iTunes-Store über 40 000 «Apps» angeboten. Aufwändige Computerspiele aus der iTunes-Bestseller-Liste wird es für den Palm Pre überhaupt nicht geben können, da das Palm-Gerät für grafiklastige Programme nicht geeignet ist.

Der von Sprint Nextel in den USA angebotene Palm Pre wird außerhalb der USA kaum eingesetzt werden können, da er auf der Basis des US-Mobilfunkstandards CDMA läuft. Eine Variante für Europa (GSM/UMTS) hat Palm zwar auf dem Mobile World Congress in Barcelona angekündigt. Für Deutschland wurde aber bislang weder ein Startdatum noch der Mobilfunkpartner für die Markteinführung bekannt gegeben.

Palm Pre und Apple iPhone 3G im Vergleich

Palm Pre und Apple iPhone 3G im Vergleich

Ich bin gespannt, ob Apple Palm wegen des Pre verklagen wird. Der Palm Pre verwendet nämlich nicht nur die von Apple patentierte «Multitouch-Technologie» zur Steuerung des Smartphone mit mehreren Fingern. Vor einer Woche verkündete Palm überraschend, das man ausgerechnet die iTunes-Software von Apple auserkoren hat, um Musikstücke, Videos und Fotos zwischen einem Computer und dem Palm Pre auszutauschen. Dazu hat Palm den Pre mit einem speziellen MediaSync-Modus ausgestattet, der einem Mac oder PC einen iPod vorgaukelt. Dies dürfte die Anwälte von Apple zur Weißglut treiben. Es könnte aber auch sein, dass Apple auf einen spektakulären Gang vor Gericht verzichtet und stattdessen mit einer künftigen iTunes-Version den ungebetenen Gast wieder aussperrt. Das aktuelle Update auf iTunes 8.2 hat der MediaSync-Mode auf jeden Fall oder Schaden überstanden.

NYT – David Pogue
Wired – Steven Levy
USA Today – Ed Baig
WSJ – Walt Mossberg
Engadget – Josh Topolsky
Gizmodo – Jason Chen

Time – Josh Quittner
Newsweek – Dan Lyons
PC Magazine – Sascha Segan
Laptop – Mark Spoonauer
SlashGear and MyPre – Vincent Nguyen
PC World – Ginny Mies