Die in Deutschland mit dem Palm ausgelieferte Version WebOS 1.1.3 kann mit der aktuellen iTunes-Version 9.01 bereits nicht mehr synchronisieren. In den USA gibt es aber schon die Version 1.2.1, mit der Palm iTunes wieder täuschen kann.
Palm-Chef Rubinstein hält die iTunes-Diskussion ohnehin für abwegig: “Die Debatte um iTunes und Palm hat die Medien viel mehr beschäftigt als uns”, sagte ermir in einem Interview. Es gebe ohnehin mehrere Wege, den Pre mit Multimedia-Inhalten zu bestücken. Zum einen könne der Anwender einfach per Drag&Drop die Medien-Dateien auf den Palm Pre kopieren.
Schließt man das Smartphone mit einem USB-Kabel an einen PC oder Mac an, erscheint der Pre wie eine externe Festplatte auf dem Desktop bzw. in der Arbeitsumgebung. “Wir haben sehr viel Mühe darauf verwendet, dass die Medientypen einfach erkannt werden und es keine Rolle spielt, in welchen Ordner man die dateien kopiert hat”, sagt Rubinstein.Neben Drag&Drop könne der Pre-Anwender auch Sync-Programme wie DoubleTwist, Missing Sync von mark/space oder iTunes verwenden. (Anwender in Deutschland sollten derzeit die Version 8.2 von iTunes verwenden.) „Letztlich wird aber alles in der Internet-Wolke landen, für die ich dann überhaupt keine speziellen Programme auf dem PC mehr benötige.“
Schwach sieht der Palm Pre noch bei den Anwendungen aus, die bislang für WebOS und den Pre zur Verfügung stehen. Der “iTunes App Store” von Apple für das iPhone und den iPod touch platzt aus allen Nähten und bietet auch unendlich viele Anwendungen aus Deutschland – im “Palm App Catalog” stehen derzeit nur 200 Handy-Programme, die fast alle aus den USA stammen. So fehlt beispielsweise eine echte Navigationslösung, wie sie TomTom oder Navigon für das iPhone anbieten. “Wir sind zunächst mit einigen ausgewählten Entwicklern gestartet”, erläutert Rubinstein. Inzwischen sei das Paket zur Entwicklung von WebOS-Programmen aber mehr als 10 000 Mal heruntergeladen worden, so dass demnächst viel mehr Apps für den Palm Pre zu erwarten seien.
Foto-Gallerie – Die Anwendungen auf dem Palm Pre:
- Der Palm Pre kommuniziert mit iTunes 8.2
- Palm Pre oder iPod?
- Kalender
- Notizen
- To-Do-Liste
- Google Maps
- Launch-Pad
- Streaming-Client aus dem App Catalog
- Palm Pre Uhr
- E-Mail Client
- Music-Player
- Telefon-Pad
- Foto-Bibliothek
- Schnellzugriff
- App Catalog
(Auf Vorschaubilder klicken, um größeres Bild zu sehen.)
Die noch schmächtige Ausstattung des App Catalog ist auch der Hauptkritikpunkt in den aktuellen Rezensionen, die in den vergangenen Tagen erschienen sind. Sonst bekommt Rubinsteins Smartphone durchweg gute Noten: Michael Spehr, der Technikexperte der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” sieht im Pre sogar “ein neues Zugpferd an der Spitze des Fortschritts”. Der Palm Pre sei “ein erstes, sehr erfolgversprechendes Gerät für ein hervorragendes neues Betriebssystem, das weitaus besser gefällt als Symbian von Nokia oder Windows Mobile”.
Dirk Liedtke vom “Stern” sieht im Palm Pre ein “Schmuckstück für iPhone-Verweigerer”. Wie einst der Palm Pilot helfe der Palm Pre, den Alltag unterwegs online zu organisieren. Der Webzugang sei komfortabel, E-Mail-Konten lassen sich abfragen und Kalenderdaten mit dem PC abgleichen. “Zugegeben, das können viele Smartphones, aber der Pre ist ein besonders harmonisches Gesamtkunstwert aus schicken Design und guter Software”, urteilt Liedtke.
Die Fachzeitschrift “c’t” zieht das Fazit, der Palm Pre könne “in vielen, aber nicht allen Disziplinen mit dem iPhone mithalten” und bemängelt “kleine Unstimmigkeiten”. Die offene Architektur lasse auf Zusatzfunktionen und die Unterstützung weiterer Online-Dienste hoffen, “doch das müssen Palm und die Anwendungsentwickler erstmal einlösen. «Bis dahin bekommt man ein vergleichsweise günstiges Smartphone mit einem mächtigen Betriebssystem, das nicht an teure Spezialverträge gebunden ist.”
Auch Matthias Kremp von “Spiegel Online” hofft auf zusätzliche Anwendungen für den Pre. Dieser Mangel werde auch nicht durch einen Emulator ausgeglichen, mit dem man Programme für das alte Palm OS auf dem Pre zum Laufen bekomme. Sein Urteil zu dem neuen Smartphone: “Es bricht mit Traditionen, ist einmalig. So wie das iPhone, nur anders.”




















