TreoCentral zeigt ein 25 Minuten langes Video von der CES in Las Vegas, in dem Peter Skillman, VP of Product Design bei Palm das Smartphone Palm Pre vorführt. Das Video wurde von Kevin Michaluk von CrackBerry.com aufgenommen.
Die Namen Palm und Google fallen zwar nicht, aber die Konkurrenten von Apple im Silicon Valley werden die Botschaft wohl verstanden haben. Apple-Interimschef Tim Cook warnte in der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Geschäftsquartals seine Wettbewerber deutlich, die Finger vom geistigen Eigentum von Apple rund um das iPhone zu lassen.
Mike Abramsky – RBC Capital Markets
Yeah. Thanks very much. Maybe shifting to the iPhone. There’s now a number of competitors coming to the market, many who will have their own sort of variance on the sort of, say, customer experience that iPhone was famous for initiating, and that includes things like Android and Windows and the Palm Pre. I was just wondering, beyond what’s obviously been a powerful leadership in applications, how do you think about sustaining that leadership and brand in the face of these competitive developments in this sector going forward?
Tim Cook
Mike hi, it’s Tim. I would say first of all, it’s difficult to judge products that are not yet in the market. But the iPhone has sold over 17 million units thus far. It’s received the highest overall customer satisfaction of products from many different surveys. And, we’ve said since the beginning software is the key ingredient and we believe that we’re still years ahead on software. And I would include in that software umbrella, the Applications Store, and you can see the explosion that has happened in applications with over half a billion downloads.
If you look at others, I think when you think about having multiple variations of displays, multiple variations of resolutions and input methods, and many different forms of hardware, it’s a big challenge to a software developer and is not very enticing for them to build a different App for every one of these things. But, we shall see what people will do.
We approach this business as a software platform business, and so I think we approach it fundamentally different than people that are approaching it only from a hardware point of view. And so, as I’ve said before, we’re very, very confident with where we are competitively. We are watching the landscape. We like competition. As long as they don’t rip off our IP (intellectual property) and if they do we’re going to go after anybody that does.
Mike Abramsky – RBC Capital Markets
That was actually my next question because,
Tim Cook
I thought it might be. And that’s the reason I want to go ahead and get that out.
Mike Abramsky – RBC Capital Markets
Because, it seems until Palm came out, many of the other players had in fact negotiated carefully around your multi-touch IP; whereas, the Palm device particularly seems to almost directly emulate the kind of touch interfaces that you had innovated and that Steve, when he launched the phone, talked about patented. Is that to what you’re referring with regarding to ripping off IP?
Tim Cook
I don’t want to talk about any specific company. I’m just making a general statement that we think competition is good. It makes us all better. And we are ready to suit up and go against anyone. However, we will not stand for having our IP ripped off, and we’ll use whatever weapons that we have at our disposal. I don’t know that I can be clearer than that.
Wir erinnern uns: Als Steve Jobs das iPhone im Januar 2007 auf der Macworld Expo in San Francisco präsentierte, ließ er den Nebensatz fallen: “And boy, have we patented it.” Insbesondere die Multitouch-Funktion, die u.a. Zwei-Finger-Gesten zum Zoomen im Safari-Browser oder anderen Programmen ermöglicht, hat Apple patentieren lassen.
Palm zeigte sich einen Tag später wenig beeindruckt.
Palm has a long history of innovation that is reflected in our products and robust patent portfolio, and we have long been recognized for our fundamental patents in the mobile space.
Da Palm tatsächlich auch auf einem Stapel von Patenten sitzt und diese in einem möglichen Rechtsstreit auf den Tisch packen könnte, werden sich die Apple-Anwälte ein offenes Vorgehen genau überlegen.
Das neue Smartphone von Palm, der Palm Pre, hat auf der Consumer Electronics Show 2009 alle anderen Produktvorstellungen in den Schatten gestellt. Darin sind sich quasi alle Beobachter der CES einig. Ich muss gestehen, dass ich im Vorfeld der CES skeptisch war, ob es ausgerechnet dem angeschlagenen PDA-Pionier Palm gelingen könne, ein Produkt zu entwerfen, dass es wirklich mit dem iPhone, einem Blackberry Storm oder einem Nokia N97 aufnehmen kann. Doch nach der Präsentation des Palm Pre auf der CES in Las Vegas bin ich sicher, den wahren Herausforderer des iPhones gesehen zu haben.
Jon Rubinstein: Von der Hängematte in Mexiko auf die Launchbühne der CES
Hinter dem Projekt steht Jon Rubinstein, der 1997 zusammen mit Steve Jobs von NeXT zu Apple zurückkehrte und später für die Entwicklung des iPods verantwortlich war. Im Sommer 2006 war Rubinstein bei Apple ausgestiegen, um sein Vermögen in einem idyllischen Küstenort in Mexiko zu genießen. Doch dann tauchte Palm-Chef Ed Colligan auf und überzeugte Rubinstein innerhalb von drei Tagen, seine Auszeit wieder zu beenden und die Entwicklung des Pre zu leiten.
Rubinstein setzte durch, dass bei dem von Grund auf neu geschriebenen Betriebssystem “webOS” alte Zöpfe abgeschnitten werden. Die Anwendungen, die darauf laufen, benötigen nach Angaben von Palm nur die Standard-Zutaten einer modernen Web-Applikation: CSS, XHTML und JavaScript. Damit könnte Palm vom Start an auch eine riesige Entwickler-Gemeinde setzen, die ohnehin mit den Web-Standards vertraut sind.
Was macht den Palm Pre nun so besonders? Zunächst hat Palm dem Gerät einen ordentlichen Prozessor spendiert. Als CPU fungiert ein Texas Instruments OMAP3430. Die Open Multimedia Application Platform von TI wird auch in Nokia-Geräten der N-Serie eingesetzt. Weiterhin hat das Gerät Bewegungssensoren, einen GPS-Empfänger und einen austauschbaren Akku.
Die Magie des Palm Pre ergibt sich aber weniger aus den Hardeware-Details, sondern aus der eingesetzten Software, die mit einer extrem übersichtlichen und aufgeräumten, modern designten Oberfläche erscheint. Ed Colligan erinnerte daran, dass der erste Palm-PDA, der Palm Pilot, damals nicht entworfen wurde, um mit dem Apple Newton zu konkurrieren, sondern mit Stift und Papier. Beim Palm Treo habe man die Vielzahl der Geräte (PDA, MP3-Player, Mobiltelefon) reduzieren und in einem Device vereinen wollen. Heute müsse man das Problem lösen, dass wichtige Informationen an den verschiedensten Orten gespeichert sind. Auf dem PC im Büro oder zu Hause, auf dem Handy, in Sozialnetwerken wie Facebook oder im Web. Mit dem webOS will Palm diese Informationen zusammenführen.
In der Pressemitteilung von Palm liest sich das so:
Die neue Plattform beinhaltet Palm Synergy (TM), eine Schlüsselfunktion von webOS, die alle gewünschten Informationen in einer logischen Übersicht darstellt. Man muss sich keine Gedanken mehr zu mehreren Kalendern, unterschiedlichen Adressbüchern oder Messaging-Anwendungen machen – Synergy bringt alle Informationen und Aktivitäten in eine übersichtliche und umfassende Ansicht.
Verlinkte Kontakte – Mit Synergy hat man in einer Ansicht alle Kontakte unabhängig von Ihrem Quellort. D.h. wenn beispielsweise Kontakte in Outlook, Google und Facebook geführt werden, erkennt Synergy identische Kontakte und verlinkt die Informationen um sie in einer Ansicht darzustellen. Werden einzelne Kontakte auf dem webOS Gerät aktualisiert, erfolgt automatisch das entsprechende Update auf den jeweiligen anderen Konten, ob Web oder Desktop-Computer
Kalender in Ebenen – Verschiedene Kalender oder unterschiedliche Kategorien wie beispielsweise ‘Arbeit’, ‘Familie’, oder ‘Sport’ können in Ebenen betrachtet werden. Durch einfaches Umschalten wählt man zwischen allen Ebenen oder nur einer bestimmten
Kombiniertes Messaging – Synergy stellt sämtliche Unterhaltungen mit einer Person in einer Chat-Ansicht dar, selbst wenn die Unterhaltung in einem InstantMessanger gestartet wurde und per SMS geantwort wird. Alle Freunde die online sind, werden in der Kontaktliste als aktiv gekennzeichnet und können mit nur einem Fingerdruck kontaktiert werden
In einem Aspekt schein der Palm Pre dem derzeitigen iPhone besonders überlegen, nämlich beim Multitasking. Das iPhone kann keine Anwendungen parallel laufen lassen. Auch die Austauschmöglichkeiten zwischen den Anwendungen sind nur sehr begrenzt. Das iPhone OS beherrscht noch nicht einmal Cut&Paste, so dass bestimmte Informationen aus einer Notiz oder einer Web-Site beispielsweise nicht einfach in einen Kalendereintrag oder eine E-Mail übernommen werden können. Der Palm Pre arbeitet dagegen mit einer Karten-Metapher, bei der verschiedene Karten nebeneinander liegen und man leicht zwischen den Karten hin- und herspringen kann.
Rubinstein und sein Team haben dem Palm Pre zwar mit mehr Hardware-Knöpfen als beim iPhone ausgestattet. Auf dem Bildschirm dagegen findet man kaum Buttons oder andere Elemente zum Antippen. Vielmehr arbeitet der Pre mit einer Reihe von Fingergesten. Das dürfte die einzige Hürde für die frisch gebackenen Pre-Besitzer sein. Bevor man die (auf mich sehr intuitiv wirkenden) Gesten nicht in Fleisch und Blut übergegangen sind, dürfte die Bedienung des Pre noch nicht optimal funktionieren.
Der Palm Pre wird zunächst in den USA “im ersten Halbjahr 2009″ auf den Markt kommen. Obwohl das Gerät bei der Demo auf der CES schon einen ziemlich ausgereiften Eindruck hinterlassen hat, müssen nach den Worten von Rubinstein noch etliche Optimierungen vorgenommen werden. Außerdem dauert allein der Genehmigungsprozsess durch die FCC in den USA rund zwei Monate Zeit. Und die bei der FCC vorgestellten Geräte lassen sich ohnehin nicht mehr geheim halten.
Rubinstein weiß aus seiner Zeit bei Apple, dass man ein komplettes Ökosystem rund um ein Produkt schaffen muss, um es wirklich erfolgreich zu machen. Bei iPod sind dies Schutzhüllen, Docking-Stations, Kfz-Anschlüsse usw. Auch für den Palm Pre soll zum Marktstart etliches Zubehör verfügbar sein: Ein Ladegerät sorgte bereits auf der CES für Aufsehen. Palm wird den sogenannten Palm Touchstone auf den Markt bringen, mit dem man den Akku des Palm Pre induktiv ohne eine eigene Kabelverbindung zwischen Ladegerät und Mobiltelefon aufladen kann. Ein Magnet hält den Pre auf den Touchstone fest, so dass man während des Ladevorgangs von Pre Musik abspielen oder ein Telefonat über die eingebaute Freisprechanlage führen kann.
Der Palm Pre im Überblick (Quelle: Palm):
Hochgeschwindigkeitsnetzwerk (EVDO Rev. A oder UMTS/HSDPA)
WLANi 802.11 b/g
Integriertes GPS
großer 3.1-Zoll-Touchscreen mit einem 24-Bit HVGA-Farbdisplay bei 320x480 Auflösung
Gestenbereich, der einfaches Navigieren per Gesten ermöglicht
QWERTY Slider-Tastatur
E-Mail, inklusive Outlook EAS (für Zugang zu Microsoft Exchange Server), sowie POP3 und IMAP Unterstützung
Messaging, IM, SMS und MMS
leistungsfähiger Internetbrowser in Desktop-Qualität
Vielfältige Multimediafunktionen: Fotos, Videos, Musik dazu eine 3-Megapixel-Digitalkamera mit LED-Blitz und einem Standard-Kopfhöreranschluss (3,5mm)
Bluetooth (R) 2.1 + EDR mit A2DP
8GB interner Speicher (etwa 7,4GB frei verfügbar)
USB Massenspeicher-Modus
MicroUSB Anschluss mit USB 2.0
Annäherungssensor, der den Tochscreen und das Display automatisch deaktiviert, wenn das Telefon ans Ohr geführt wird
Lichtsensor, der das Display bei dunkler Umgebung dimmt
Beschleunigungssensor, der Fotos und Internetseiten automatisch an die Nutzerperspektive anpasst
Ruftonschalter, für Stummschalten mit nur einem Knopfdruck
wechselbare Batterie
Abmessungen: 59.57mm (B) x 100.53mm (L, geschlossen) x 16.95mm (T)
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